
Ankunftshalle
Direkt vor dem Projekthaus des Klub Solitaer e.V. gibt es seit Kurzem eine Bushaltestelle. Seitdem warten Menschen vor den Fenstern der Galerie, suchen bei Regen Schutz im Eingang oder setzen sich auf das Fensterbrett. Die wenigsten kommen herein. Die meisten wollen weiter.
Vom 19. Oktober bis 1. November wird deshalb aus der Galerie Glaskasten ein Ankunftshallen-Kiosk.
Zwei Wochen lang ist er täglich von früh bis abends geöffnet: als Ausstellungsraum und Treffpunkt, Werkstatt und Wohnzimmer, Bühne und Aufenthaltsort. Ihr strandet auf der Zietenstraße? Kommt rein. Wärmt euch auf, trinkt einen Tee, schaut euch um, bleibt eine Weile. Entdeckt Installationen und Performances, macht bei Workshops mit, hört zu und diskutiert, esst und trinkt gemeinsam, lauscht Konzerten – oder setzt euch einfach dazu.
Denn wir wollen ausprobieren: Was braucht ein Raum, damit Menschen ihn betreten? Was vermittelt Schutz und Zugehörigkeit? Und was macht aus einem Ort, an dem man kurz ankommt, einen Ort, an dem man bleiben möchte?
Der Raum selbst wird dafür von Katharina Betz, Anna Brodmann und Annabel Schipper neu gedacht und umgestaltet.
Darin treffen über zwei Wochen ganz unterschiedliche künstlerische, handwerkliche, kulinarische und diskursive Formate aufeinander:
Installation “Utopian Institutions” von Anike Joyce Sadiq
19.10. - 01.11.2026
Anike Joyce Sadiq ist Künstlerin und Professorin an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit Fragen von Repräsentation, Zugehörigkeit und Macht innerhalb gesellschaftlicher und institutioneller Strukturen. Mit „Utopian Institutions“ untersucht sie mithilfe einer anonymen Umfrage, wer eine Institution ausmacht, wer mitgestalten kann – und wie sie sich verändern könnte.
Performance-Video “UNTERWEGS - Ich habe den Weg nicht verloren; der Weg hat mich verloren” von Banafsheh Nejati Barogh
19.10. - 01.11.2026
Die Chemnitzer Theaterpädagogin Banafsheh Nejati Barogh entwickelt für den Ankunftshallen-Kiosk die Arbeit “UNTERWEGS - Ich habe den Weg nicht verloren”, in der unterschiedliche Erfahrungen und Stimmen zum Ausgangspunkt einer mehrteiligen Videoarbeit werden.
Stadtteilarbeit mit greater form
22.10.- 24.10.2026
10:00 - 17:00 Uhr
greater form fragen, wie die Galerie Glaskasten noch stärker zu einem Ort für die Nachbarschaft werden kann. Gemeinsam mit euch wird ausprobiert, gesammelt und diskutiert: Wer fühlt sich hier willkommen? Was fehlt? Und was müsste passieren, damit mehr Menschen die Galerie als einen Ort entdecken, der auch ihnen gehört?
Workshop: Räuchermännchen*werkstatt mit Christian Berens und Alexander Wagner
23.10. & 24.10.2026
15:00 -19:00 Uhr
Das Jahresende naht und Du brauchst noch ein Geschenk? Oder möchtest einfach mal was Schönes machen? Wir laden alle Interessierten ein, mit uns zusammen ein paar Sorgen in Rauch aufgehen zu lassen. Wir bauen, kleben und sägen uns Räuchermännchen*, -Tiere, -Figuren zurecht aus Gefundenen oder dem was noch rumlag. Die Männchen* können wir behalten, unseren Lieben schenken, stolz herumzeigen, allen erklären, wie wirs gemacht haben oder einfach mal was Schönes denken. Beim Machen und Tun sprechen wir über dieses und jenes: Was besorgt uns? Rauchst du wieder? Wann ist ein Mann ein Mann?
Workshop/Perfomance: Ferment-easy PingPong mit easyeasy: Teil 1: Ginger Beer
24.10.2026
16:00 - 19:00 Uhr
easyeasy ist ein Weimarer Kollektiv an der Schnittstelle von Kunst, Performance, Gastlichkeit und gemeinschaftlichem Essen. Mit einem mobilen Tresensystem entwickeln sie wandelbare Formate, die je nach Ort zu Bar, Kiosk, Treffpunkt oder Performance werden. In ihrem zweiteiligen Workshop dreht sich alles um Fermentation: Gemeinsam entstehen Ingwerbier und Kimchi, begleitet von Kostproben, Gesprächen und Einblicken in mikrobielle Prozesse.
Bergfest
24.10.2026
ab 18 Uhr
Wir feiern Bergfest! easyeasy mit Ginger-Beer und Snacks, einem Konzert von Saeko Killy und einem DJ-Set.
Die japanische Musikerin Saeko Killy lebt in Berlin und bewegt sich undefinierbar zwischen New Wave, J-Pop, NDW, Industrial und elektronische Clubmusik. Mal treibend und kantig, mal warm und fast immer traumartig. Mehrsprachigkeit, verschobene Erinnerungen und das Gefühl, sich zwischen Orten und Zuständen zu bewegen, prägen ihre Musik.
Workshop/Perfomance: Ferment-easy PingPong mit easyeasy: Teil 2: Kimchi
25.10.2026
11:00-14:00 Uhr
Kiosk-Gespräch mit Jacob Strobel über Stühle
26.10.2026
19:00 Uhr
Und weil Ankommen irgendwann auch bedeutet, Platz zu nehmen, sprechen wir mit Jacob Strobel über fast vergessene Stühle und Gestaltung. Jacob Strobel ist preisgekrönter Möbeldesigner und Professor für Holzgestaltung an der Fakultät für Angewandte Kunst in Schneeberg.
Frauen*-/Sprachcafé mit den Stadtteilpiloten
29.10.2026
11:00-13:00 Uhr
Workshop: WAITING ROOM mit Raisan Hameed und Pooya Sedighi Mournani
30.10.2026
14:00 - 18:00 Uhr
Was bedeutet es, irgendwo anzukommen? Wann fühlen wir uns angekommen – und können wir überhaupt vollständig an einem Ort ankommen?
In diesem Workshop laden die Künstler Raisan Hameed und Pooya Sedighi Mournani dazu ein, sich dem Thema Ankommen über Sprache, Erinnerung, Wahrnehmung und die Stadt Chemnitz zu nähern.
Gemeinsam sprechen wir darüber, wie Sprache unsere Wahrnehmung eines Ortes prägt, schauen uns künstlerische Arbeiten und Beispiele an und tauschen unterschiedliche Perspektiven auf das Ankommen aus.
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: Woran kann man Ankommen erkennen? Muss Ankommen immer mit einem Ort, einer Begegnung oder einer konkreten Situation verbunden sein – oder kann es auch ein innerer, mentaler Zustand sein? Die Teilnehmer*innen wählen ein Bild, einen Gegenstand, ein Wort, einen Klang oder eine andere Form, die für sie etwas mit Ankommen zu tun hat, und fragen: Warum kann gerade dieses Ding, dieses Bild oder dieser Klang von Ankommen erzählen?
Zurück im Waiting Room werden diese unterschiedlichen Fragmente zusammengebracht und zu einer gemeinsamen, persönlichen Karte der Stadt Chemnitz.
Es sind keine künstlerischen Vorkenntnisse erforderlich.
Workshop „Move Your Ass“ mit Studierenden der Fakultät für Angewandte Kunst in Schneeberg
31.10.26
13:00 - 14:30, 14:30 - 16:00, 16:00 - 17:30
Studierende aus Schneeberg bringen den von Jacob Strobel entwickelten Workshop „Move Your Ass“ mit in die Ankunftshalle. Dabei könnt ihr selbst einen Hocker bauen, ausprobieren und am Ende mitnehmen. Bitte Anmelden unter info@klub-solitaer.de
Kiosk-Gespräch mit Dr. Inken Carstensen-Egwuom und Prof Dr. Anna Amelina über das “Ankommen”
31.10.26
18:00 Uhr
Mit Dr. Inken Carstensen-Egwuom aus dem Arbeitsbereich "Integrative Geographie" der Uni Flensburg und Prof. Dr. Anna Amelina von der Professur “Interkulturelle Kommunikation” der TU Chemnitz sprechen wir über Stadt, Migration, Nachbarschaft, Zugehörigkeit und darüber, wie das Ankommen eigentlich funktionieren kann.
Workshop / Performance mit Ostdeutschland stays soft
01.11.26
15:00 -17:00 Uhr
Ostdeutschland stays soft ist eine Decke.
Sie ist groß, weich und warm.
Sie kümmert sich um den Begriff Ostdeutschland.
Mach es dir bequem, träume:
Mit welcher ostdeutschen Person,
welcher Landschaft, mit welchem ostdeutschen Gegenstand, Tier möchtest du hier liegen?
Erzähl uns davon, stick es in die Decke. Lass uns eine gute Zeit miteinander verbringen.
Wir fahren mit der Decke durch das Land.
Ostdeutschland stays soft ist eine Gruppe von Künstler:innen, die sich performativ, medial und partizipativ mit dem Begriff Ostdeutschland auseinandersetzt. Sie wollen wir einen sicheren Raum für vielstimmige ostdeutsche Geschichten schaffen, auch für die schmerzhaften und gewaltvollen.
Los geht es am Montag, 19.10.2026, um 18:00 Uhr mit der Eröffnung und der Programmvorstellung.
Kommt an. Kommt rein. Bleibt ein bisschen.
Gefördert durch den Fonds Soziokultur aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und mitfinanziert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.

