Ankunftshalle
Direkt vor der Galerie GLASKASTEN auf dem Sonnenberg hält seit einiger Zeit ein Bus. Menschen steigen ein und aus, warten, suchen Schutz vor Regen oder setzen sich kurz auf das Fensterbrett. Doch nur selten betritt jemand die Galerie. Was wäre, wenn aus diesem Ort des Wartens ein Ort des Ankommens würde?
Mit ANKUNFTSHALLE – Einladung zum Bleiben verwandelt der Klub Solitaer e. V. vom 19. Oktober bis 1. November 2026 die Galerie GLASKASTEN in einen temporären Begegnungsraum. Zwei Wochen lang entsteht hier ein Ort zwischen Ausstellung, Wohnzimmer, Werkstatt und öffentlichem Treffpunkt. Mit künstlerischen Installationen, Workshops, Gesprächen, Performances, Musik und gemeinsamem Essen lädt die ANKUNFTSHALLE dazu ein, Platz zu nehmen, Neues auszuprobieren, miteinander ins Gespräch zu kommen oder einfach eine Weile zu bleiben.
Im Mittelpunkt steht eine Frage, die weit über die Galerie hinausreicht: Wer darf eigentlich ankommen – und wer entscheidet darüber, wo wir dazugehören?
Ankommen ist nicht nur eine Frage von Herkunft oder Migration. Menschen kommen in einer Stadt, einer Nachbarschaft, einer Gemeinschaft oder einer neuen Lebensphase an. Manche werden selbstverständlich als Teil davon wahrgenommen, andere bleiben selbst nach vielen Jahren vermeintlich fremd. Gleichzeitig verändern sich Städte und gesellschaftliche Räume ständig. Wer darf diese Veränderungen mitgestalten? Wem wird Platz eingeräumt, wer muss ihn sich erst erkämpfen? Und welche Verantwortung tragen diejenigen, die bereits da sind?
Gerade der Chemnitzer Sonnenberg, geprägt von unterschiedlichen Lebensgeschichten, gesellschaftlichem Wandel und politischen Auseinandersetzungen, bietet einen spannenden Ausgangspunkt für diese Fragen. Die ANKUNFTSHALLE versteht sich dabei nicht als Ort fertiger Antworten, sondern als Einladung, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und gemeinsam über Zugehörigkeit, Teilhabe und das Zusammenleben nachzudenken.
Kunst, Gespräche und gemeinsames Ausprobieren
Internationale und regionale Künstler, Kollektive und Wissenschaftler gestalten ein abwechslungsreiches Programm, das zum Mitmachen ebenso einlädt wie zum Zuhören und Verweilen.
Die Künstlerin Anike Joyce Sadiq beschäftigt sich mit der Frage, wie gemeinschaftliche und demokratische Strukturen anders gedacht werden können. Das Kollektiv Ostdeutschland Stays Soft schafft Räume für Austausch, Zuhören und gemeinsames Erleben. greater form untersucht, wie sich ein Kunstort stärker zur Nachbarschaft hin öffnen kann.
Mit dem Kollektiv easy easy entsteht eine mobile Infrastruktur für Begegnung, Getränke und gemeinsames Essen. Die Räuchermännchen*werkstatt von Christian Berens und Alexander Wagner verbindet erzgebirgische Handwerkstradition mit neuen Perspektiven. Künstlerische Workshops, unter anderem mit Raisan Hameed, beschäftigen sich mit Erinnerung, Identität und persönlichen Erfahrungen des Ankommens.
Auch die Frage, wer sich Räume aneignen und verändern darf, wird aufgegriffen – nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer zunehmenden Vereinnahmung öffentlicher und gesellschaftlicher Räume durch rechte Akteur. In Gesprächen mit Wissenschaftler werden gewohnte Kategorien von Zugehörigkeit und Fremdheit hinterfragt und neue Perspektiven auf das Zusammenleben eröffnet.
Musikalische Beiträge, darunter von Saeko Killy, Lesungen, kulinarische Formate und spontane Begegnungen ergänzen das Programm.
Einfach vorbeikommen und bleiben
Die ANKUNFTSHALLE ist bewusst mehr als eine Ausstellung. Sie möchte auch Menschen erreichen, die sonst vielleicht nicht in eine Galerie gehen würden. Wer auf den Bus wartet, neugierig durch das Schaufenster schaut oder einfach einen warmen Platz und eine Tasse Tee sucht, ist ebenso willkommen wie Kunstinteressierte und Menschen, die aktiv mitgestalten möchten.
Die Türen stehen während der zwei Wochen täglich offen. Der Eintritt ist frei.
Alle Termine im Überblick:
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19.10.–1.11.: Künstlerische Installationen von Anike Joyce Sadiq, Performance-Video von Banafsheh Nejati Barogh und Raumgestaltung von Katharina Betz, Anna Brodmann und Annabel Schipper
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19.10., 18 Uhr: ERÖFFNUNG der ANKUNFTSHALLE mit Programmvorstellung
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22.–24.10., 10–17 Uhr: Nachbarschaftsöffnung mit greater form
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23.–24.10., 15–19 Uhr: Räuchermännchen*werkstatt mit Christian Berens und Alexander Wagner
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24.10., 16–19 Uhr: Ferment-easy PingPong – Ginger-Beer-Workshop mit easyeasy
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24.10., ab 18 Uhr: BERGFEST mit Ginger Beer, Snacks, Konzert von Saeko Killy und DJ-Set
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25.10., 11–14 Uhr: Ferment-easy PingPong – Kimchi-Workshop mit easyeasy
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26.10., 19 Uhr: Kioskgespräch mit Prof. Jacob Strobel über fast vergessene Stühle
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29.10., 11–13 Uhr: Frauen*/Sprachcafé mit den Nachbarschaftspilotinnen
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30.10., 14–18 Uhr: WAITING ROOM – Workshop mit Raisan Hameed und Pooya Sedighi Mournani
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31.10., 13–17:30 Uhr: Move Your Ass – Hockerbau-Workshop mit Studierenden der Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg (Slots: 13, 14:30 und 16 Uhr)
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31.10., 18 Uhr: Kioskgespräch über das Ankommen mit Dr. Inken Carstensen-Egwuom und Prof. Dr. Anna Amelina
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1.11., 15–17 Uhr: Workshop und Performance mit Ostdeutschland stays soft
Auf einen Blick
ANKUNFTSHALLE – Einladung zum Bleiben
19. Oktober bis 1. November 2026
Eröffnung: Montag, 19. Oktober, 18 Uhr
Galerie GLASKASTEN
Jakobstraße 42, Eingang Zietenstraße
Chemnitz-Sonnenberg
Eintritt frei
Veranstalter: Klub Solitaer e. V.
Weitere Informationen: www.klub-solitaer.de
Gefördert durch den Fonds Soziokultur aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und mitfinanziert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.

