




Runterkommen – Almost Autonomous
Europäische Kulturhauptstadt wird jeder Ort nur einmal. Mit RUNTERKOMMEN macht der Klub Solitaer diese Nachwirkung zum Thema und zur künstlerischen Methode. In zwei Kapiteln werden internationale Off-Spaces und Kollektive aus ehemaligen Bewerber- und Kulturhauptstädten eingeladen, um „Nach-Ereignis-Räume“ zu entwerfen: Decompression-Rooms, Cooldown-Spaces, Afterhours, die den Übergang zwischen Erschöpfung und neuen Impulsen produktiv nutzen.
Almost Autonomous
Künstler:innen: Cătălin Bătrânu, Benjamin Bledea, Alex Boca, Eleonora Scarlat, Ana Szollosi, Petrică Ștefan
Kuration: Alexandra Costea
Den Auftakt der Reihe gestaltet ein Kollektiv aus der ehemaligen Kulturhauptstadt Timișoara (2023). Unter dem Titel Almost Autonomous vereint die von Alexandra Costea kuratierte Ausstellung sechs künstlerische Praktiken, die sich alle mit Entschleunigung in einem Raum der Zurückgezogenheit und Konzentration beschäftigen. Die Ausstellung geht von der Idee aus, dass Entschleunigung eine Form der Rhythmusanpassung ist: eine Abkehr von Intensität, Überlastung und übertriebenen Ausdrucksgesten zugunsten einer aufmerksameren und verinnerlichten Arbeitsweise.
Die künstlerischen Prozesse oszillieren zwischen Imagination und Beobachtung, zwischen der Konstruktion einer inneren Welt und einer Annäherung an die unmittelbare Realität, aber auch zwischen klarer Absicht und Automatismus. Wiederholung, mechanische Gesten und der Einsatz von Technik als Vermittler von Entscheidungen werden zu Strategien, mit denen die Künstler ihre direkte Präsenz reduzieren und den Prozess fast autonom ablaufen lassen. In diesem Sinne werden Technologisierung und Automatisierung nicht als Brüche behandelt, sondern als Mittel, um den Ausdruck zu mäßigen und Distanz zu schaffen.
Ob Malerei, Zeichnung, mixed-media oder Fotografie – die Werke in Almost Autonomous schlagen eine andere Beziehung zur Zeit und zur Produktion des Bildes vor, in der Ruhe, Wiederholung und Introspektion nicht im Gegensatz zum Handeln stehen, sondern dessen Voraussetzungen sind. Das Entschleunigen wird so zu einem aktiven Zustand: einem Moment der Klärung, in dem der Prozess Vorrang hat und das Bild als sein sekundäres Ergebnis erscheint.
Eröffnung: Freitag 13.3.26, 19 Uhr, Galerie HINTEN